Buchhaltung · Kontoauszug-Import

Kontoauszug-Import: Bankumsätze per CSV, CAMT.053 oder MT940 einlesen

Kontoauszüge lassen sich als CSV-Datei, im XML-Standard CAMT.053 oder im älteren MT940-Format einlesen, je nachdem, was Ihre Bank anbietet. Jeder importierte Umsatz wird automatisch gegen offene Posten aus Debitoren und Kreditoren abgeglichen und per Bankregel oder KI-Kontierung vorkontiert. Mehrere Bankkonten lassen sich dabei parallel führen, jedes mit eigenem, jederzeit nachvollziehbarem Buchungskreis.

Unterstützte Formate für den Bankimport

Welches Format Sie nutzen, hängt von Ihrer Bank ab

CSV-Datei

Der CSV-Import eignet sich für Banken, die keinen strukturierten CAMT- oder MT940-Export anbieten, sowie für den Wechsel aus einer bestehenden Tabellenkalkulation. Die Software erkennt gängige Spaltenformate automatisch, inklusive unterschiedlicher Datums- und Dezimaltrennzeichen sowie der in Deutschland verbreiteten Zeichenkodierung Windows-1252. Da eine CSV-Datei keine einheitliche Struktur vorschreibt, prüfen Sie beim ersten Import einmalig die erkannte Spaltenzuordnung; danach läuft der Import für dasselbe Bankformat automatisiert.

CAMT.053 (XML)

CAMT.053 ist der von Banken zunehmend bereitgestellte XML-Standard nach ISO 20022 für Kontoauszüge und löst das ältere MT940-Format schrittweise ab. Er enthält strukturierte Felder für IBAN, Verwendungszweck, Zahlungsempfänger und Buchungsreferenz, wodurch der automatische Abgleich gegen offene Posten und bestehende Bankregeln besonders zuverlässig funktioniert. Viele Banken stellen den CAMT.053-Export direkt im Online-Banking zum Download bereit, ohne dass eine gesonderte Schnittstelle eingerichtet werden muss.

MT940

MT940 ist der ältere SWIFT-Standard für Kontoauszüge, den zahlreiche Banken weiterhin parallel zu CAMT.053 anbieten. Das Format ist stärker standardisiert als eine CSV-Datei, enthält aber weniger strukturierte Zusatzinformationen als CAMT.053, etwa beim Verwendungszweck. Der Import liest die enthaltenen Umsätze zuverlässig ein und ordnet sie wie bei den anderen Formaten per KI-Kontierung und Bankregeln den passenden Konten zu.

Was der Bankimport im Alltag übernimmt

  • Mehrere Bankkonten parallel einlesen, jedes mit eigenem Buchungskreis
  • Automatischer Abgleich importierter Zahlungen gegen offene Posten aus Debitoren und Kreditoren
  • Verrechnungskonten für Zahlungsdienstleister, deren Sammelgutschriften sich erst im Nachgang auflösen lassen
  • Duplikaterkennung anhand Buchungsreferenz, Betrag und Datum verhindert doppelten Import
  • Historischer Import beim Umstieg aus einer bestehenden Buchhaltungslösung möglich
  • Bankregeln und KI-Kontierung greifen unmittelbar nach dem Import

GoBD-Grundlage des Kontoauszugs als Beleg

Der Kontoauszug ist nach den GoBD ein originärer digitaler Beleg und muss vollständig sowie unveränderbar aufbewahrt werden. Der Import übernimmt deshalb die Originaldatei zusätzlich zu den daraus erzeugten Buchungen, sodass sich jede Buchung bis zum zugrunde liegenden Auszug zurückverfolgen lässt.

CAMT.053 folgt dem internationalen Nachrichtenstandard ISO 20022 und wird von der europäischen Bankenlandschaft zunehmend als Nachfolger von MT940 genutzt; beide Formate lassen sich parallel einlesen, je nachdem, was die jeweilige Bank anbietet. Eine CSV-Datei ist demgegenüber kein genormtes Format, weshalb die Spaltenzuordnung beim ersten Import je Bank einmalig geprüft wird.

Für mehrere Bankkonten – etwa ein Geschäftskonto und ein separates Konto für Rücklagen oder Fremdwährung – wird jeder Import dem richtigen Buchungskreis zugeordnet, sodass Salden je Konto jederzeit mit dem tatsächlichen Kontostand übereinstimmen.

Sonderfälle beim Bankimport

Mehrere Bankkonten im Blick behalten

Führt ein Betrieb neben dem Hauptgeschäftskonto ein weiteres Konto, etwa für Rücklagen, ein Fremdwährungskonto oder ein separates Konto für eine zweite Betriebsstätte, wird jeder Kontoauszug dem passenden Bankkonto in der Buchhaltung zugeordnet. Bankregeln und Verrechnungskonten lassen sich je Konto getrennt pflegen, sodass sich etwa ein Zahlungsdienstleister-Sammelposten nur auf dem dafür vorgesehenen Konto auflöst. Die Summen- und Saldenliste weist am Ende dennoch alle Bankkonten einzeln und in Summe korrekt aus.

Sammelbuchungen im Auszug auflösen

Ein einzelner Posten im Kontoauszug kann mehrere zugrunde liegende Geschäftsvorfälle bündeln, etwa eine Tagesabrechnung eines Kartenterminals oder eine Sammelgutschrift eines Zahlungsdienstleisters. Diese Beträge werden zunächst auf ein Verrechnungskonto gebucht und dort gegen die tatsächlichen Einzelumsätze aufgelöst, statt vorschnell einem einzelnen Erlöskonto zugeordnet zu werden.

Import beim Umstieg aus einer anderen Lösung

Beim Wechsel aus einer bestehenden Buchhaltung lassen sich auch zurückliegende Kontoauszüge einlesen, um die Bankhistorie lückenlos abzubilden. Bereits andernorts gebuchte Umsätze werden dabei anhand von Datum, Betrag und Buchungsreferenz erkannt, sodass historische Daten nicht versehentlich doppelt in der neuen Buchhaltung entstehen.

So läuft der Bankimport Schritt für Schritt ab

  • Passendes Exportformat in Ihrem Online-Banking wählen: CSV, CAMT.053 oder MT940
  • Datei in die Buchhaltung hochladen oder Bankkonto direkt anbinden
  • Die Software liest Umsätze ein und prüft auf bereits vorhandene Duplikate
  • Bankregeln und KI-Kontierung schlagen Konto und Steuerschlüssel je Umsatz vor
  • Sie prüfen offene Zuordnungen und bestätigen die Buchungen
  • Bestätigte Buchungen werden GoBD-konform festgeschrieben und mit offenen Posten abgeglichen

Häufige Fehler beim Bankimport

  • Derselbe Kontoauszug wird über zwei unterschiedliche Exportwege importiert, wodurch Umsätze doppelt erscheinen
  • Sammelgutschriften eines Zahlungsdienstleisters werden direkt einem Erlöskonto zugeordnet, statt sie über ein Verrechnungskonto aufzulösen
  • Ein zweites Bankkonto wird nicht separat angebunden, wodurch Salden nicht mit dem tatsächlichen Kontostand übereinstimmen
  • Die CSV-Spaltenzuordnung wird beim ersten Import nicht geprüft, wodurch Beträge oder Daten falsch eingelesen werden
  • Historische Umsätze werden beim Umstieg nicht abgeglichen, sodass bereits andernorts erfasste Zahlungen doppelt gebucht werden

Häufige Fragen

Welche Dateiformate werden beim Bankimport unterstützt?

CSV, CAMT.053 im XML-Standard nach ISO 20022 sowie das ältere MT940-Format. Welches Format sich anbietet, hängt davon ab, was Ihre Bank im Online-Banking bereitstellt.

Kann ich mehrere Bankkonten gleichzeitig einlesen?

Ja, jedes Bankkonto wird als eigener Buchungskreis geführt, sodass sich Umsätze mehrerer Konten getrennt verwalten lassen und die Salden jederzeit mit dem tatsächlichen Kontostand übereinstimmen.

Was passiert mit Sammelgutschriften eines Zahlungsdienstleisters?

Diese werden zunächst auf ein Verrechnungskonto gebucht und dort gegen die zugrunde liegenden Einzelumsätze aufgelöst, statt pauschal einem Erlöskonto zugeordnet zu werden.

Wie wird ein doppelter Import verhindert?

Eine Duplikaterkennung vergleicht Buchungsreferenz, Betrag und Datum jedes Umsatzes und verhindert so, dass derselbe Kontoauszug versehentlich zweimal eingelesen wird.

Kann ich beim Umstieg auch ältere Kontoauszüge importieren?

Ja, ein historischer Import ist möglich, um die Bankhistorie beim Wechsel aus einer bestehenden Buchhaltungslösung lückenlos abzubilden.

Werden importierte Umsätze automatisch festgeschrieben?

Nein, jeder Kontierungsvorschlag aus Bankregel oder KI-Kontierung wird von Ihnen geprüft und bestätigt, bevor die Buchung GoBD-konform festgeschrieben wird.